Die Geschichte der Street Photography: ein kurzer Überblick

Die Street Photography ist eine Unterart der Fotografie. Sie umfasst mehrere Stile und berühmte Fotografen. Im Allgemeinen wird damit eine Fotografie bezeichnet, die im öffentlichen Raum stattfindet. Wohl kann sie aber in Geschäfte, Kaffeehäuser, Wohnungen, Bars und in andere Örtlichkeiten hineinblicken. Auch zählen manche Gebäude, wie Shopping Malls oder öffentliche Gebäude ebenfalls zum öffentlichen Raum. Die Street Photography hat sich hierbei auf Menschen spezialisiert, Passanten, Gruppen oder auch einzelne Personen, die in einer Momenthaftigkeit erwischt werden. Es kann aber auch eine Serie geknipst werden, die eine essayistische Geschichte erzählt, oder durch ein Foto eine Milieustudie aufgezeigt werden.

Mit Beginn der Photographie entstand auch bald danach die Street Photography. Hierzu zählen unter anderem die Aufnahmen von Eugène Atgets, welche Ende des 19. Jahrhunderts erstellt wurden. Eugène Atgets fotografierte Paris und seine Vororte in Schwarz-Weiß. 

Einer der heutigen Street Photography Ikonen: Joel Meyerowitz (hier in Berlin)

Die erste Blütezeit erlebte die Street Photography um 1930. In dieser Zeit kamen schnellere und kompaktere Kleinbildkameras auf den Markt. Das Alltagsleben wurde mehr in den Mittelpunkt der Fotographie gerückt und auch die Verbreitung fand durch die Erfindung von Illustrierten einen größeren Markt und mehr Publikum.

Bildbände mit Street Photographie wurden gedruckt, welche noch heute zu den Klassikern zählen. Das Buch „Images a la Sauvette. Photographies par Henri Cartier-Bresson“ von Henri Cartier-Bresson etwa ist weltberühmt und wird derzeit zwischen 300 und 600 Euro im Antiquariat gehandelt. Es stammt von 1952. Das Fotobuch von Frank Robert „The Americans: photographs by Robert Frank“ hat einen Marktwert von 1.100 Euro. Es stammt aus dem Jahr 1959. Weitere bekannte und kulturell wertvolle Street Photography Bücher sind das Buch von Hildegard Ochses „Café Mitropa“ aus dem Jahr 1980, das Buch „Subway“ von Bruce Davidsons Subway aus dem Jahr 1986, sowie das Buch „Early Colors“ von Saul Leiters aus dem Jahr 2006.

 

Die Art der Konzeption

Street Photographien können ganz unterschiedlich konzipiert sein. Sie können dokumentarisch aufgebaut werden und als Dokument dienen. Sie können durch ihre kompositorische Stilistik auffallen und damit spielen. Sie können bewusst verschwommene Elemente enthalten und somit die Bewegung mit ins Bild holen, verschwommen sein oder aber auch die Bildachse verschieben und damit ins Surreale kippen.

Verzerrungen und Spiegelungen sind beliebte Techniken und Bildmotive. Meist soll das Bild als Erzählung dienen, die Personen oder die Person auf dem Bild ist die Hauptfigur. Aber auch Bilder ohne Personen sind möglich. Das Bild ist also entweder streng dokumentarisch oder reicht genau ins Gegenteil und ist kreativ und verspielt.

London 2011
Ein berühmtes Street Photo des bekannten Hamburger Straßenfotografen Siegfried Hansen

Berühmte zeitgenössische Street Photographer

  • Magdalena Roeseler ist eine Schweizer Straßenfotografin mit dramatischen Bildkompositionen.
  • Adde Adesokan und Siegfried Hansen leben in Hamburg und dokumentieren in dieser Stadt die skurrilen Momente des Seins. Die Bildsprache von Hansen ist unverkennbar international bekannt: Er spielt mit verschiedenen Ebenen im Bild, mit Reflexionen, Schatten und Linien. Adde Adesokan wiederum hat nigerianische Wurzeln und ist vor allem an Gesichtern interessiert. In seinem Projekt „Triptychs of Strangers“ fotografierte er jeweils Hände, Füße und den Kopf einer Person.
  • Henri Cartier-Bresson, einer der Ur-Begründer der Street Photography, lebte bis zum Jahr 2004. Er war der Mitbegründer von Magnum Photos. Nach seiner These sollten Street Photographer an sozialen Momenten teilhaben und spüren, wann sie abdrücken müssen. Sie sollten so im Moment leben, dass sie das Happening praktisch schon voraussehen können. Ansonsten sei es immer zu spät und sie würden den Moment life erleben, aber eben nicht in der Kamera haben.
  • Josef Koudelka wurde 1938 geboren und war ebenfalls Mitglied von Magnum Photos. Er war ein wichtiger Zeitzeuge im Jahr 1968 in Prag und hat diese Momente des Prager Frühlings dokumentiert. Er schoss genau in jenem Augenblick Fotos, als der Warschauer Pakt die Stadt okkupierte. Eines seiner wichtigsten Werke zeigt deshalb eine Hand mit einer Armbanduhr und den Prager Stadtraum.
  • Jill Freedman wurde 1939 in Pittsburgh geboren und erzählt durch ihre Fotos großartige Geschichten. Ihr Stil ist sehr vielseitig und schwer zu beschreiben.
  • Elliott Erwitt, ein US-amerikanischer Fotograf, wiederum betört durch absurde Momentaufnahmen in der Street Photography. Auch seine Bilder sind weltberühmt.

 

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