Die besten und die schlechtesten Kameras für die Streetfotografie

Was ist die Kamera, die am besten für die Streetfotografie geeignet ist? Kurz gesagt: Die, mit der du am besten umgehen kannst. Die, die am besten in der Hand liegt und mit der du dich technisch so gut auskennst, dass du in jeder Situation ein technisch gutes Foto machen kannst. Das sind die Punkte, die eine gute Kamera für die Streetfotografie ausmachen, rein subjektiv gesehen.

Rein objektiv betrachtet sollte eine gute Kamera für Street Photography die folgenden Eigenschaften aufweisen:

  • Sie sollte möglichst klein und unauffällig sein, die schwarze Variante würde ich in jedem Fall der silbernen oder gar der pink-grünen Sonderedition vorziehen
  • Das Objektiv sollte möglichst weinwinklig sein, aber nicht zu sehr. Am besten geeignet sind hier Festbrennweiten von 28mm bis 35mm. Persönlich würde ich die Finger von Zoomobjektiven lassen, hier musst du, egal wie viel du für ein Objektiv bezahlst, immer Abstriche bei der Bildqualität und bei der Lichtstärke machen
  • Der Auslöser bzw. Verschluss sollte möglichst leise oder am besten geräuschlos sein, so dass du beim Fotografieren kein Aufsehen erregst
  • Sie sollte leicht sein, am besten so leicht und kompakt, dass du sie einfach in die Hosentasche stecken kannst
  • Nur für Digitalkameras: Sie sollte Fotos im RAW-Format abspeichern können, so dass du bei falsch belichteten Schnellschüssen auf der Straße später in Lightroom noch regulierend eingreifen kannst

 

Welche Kamera bevorzuge ich selbst als Street Photographer?

Ich bin ein großer Anhänger der Fuji X-Serie. Drei Jahre lang habe ich mit der Fuji X100t fotografiert, und zwar fast ausschließlich. Ich bin ein ehemaliger Canon EOS 5DMarkII-Fotograf, die nun nur noch für Porträtfotos zum Einsatz kommt.
Ende letzten Jahres habe ich die Fuji X100t nun durch das Nachfolgermodell X100f ersetzt.

Fuji X100T

 

Was gefällt mir so gut an der Fuji X100t?

Die Fuji X100t ist eine Traumkamera für die Straßenfotografie. Was macht sie im besonderen aus, so dass sie zur idealen Alltagskamera für die Streetfotografie macht?

  • Sie liegt leicht und trotzdem durch das stabile Metallgehäuse fest in der Hand
  • Sie überzeugt durch ein unglaublich scharfes 35mm-Objektiv
  • Das klassische Design lässt eher auf eine analoge Kamera aus den 50ern schließen, was einen auf der Straße auch mal davor bewahren kann, das Foto vorzeigen zu müssen
  • Fantastische Filmsimulationen wie Classic Chrome, B/W oder Astia machen auch das Fotografieren in Jpeg zu einem Vergnügen

 

Was gefällt mir an der Fuji X100f noch ein bisschen besser?

Seit 2017 ist das Nachfolgemodell der Fuji X100T auf dem Markt – die Fuji X100f. Sie gleicht ein paar der Schwachstellen des Vorgängermodells aus:

  • Der Autofokus ist deutlich schneller geworden
  • Die Akkus halten viel länger – sind allerdings auch doppelt so groß
  • Noch mehr „analoges Feeling“, da man den ISO-Wert jetzt auch am Blendenrädchen festlegen kann
  • Es ist eine neue Filmsimulation dazugekommen – ACROS – die es persönlich für mich allerdings nicht gebraucht hätte – ich komme nicht von „Classic Chrome“ los

 

street photography München
Fuji X100f

 

Was sind meine Lieblings-Einstellungen an der Fuji X100T und Fuji X100f?

Ihr wisst bestimmt, dass ich besonders die kontrastreichen Licht/Schatten-Fotos mit tiefschwarzen Schatten und farbenfrohen Lichtpunkten schätze. Ich halte mich bei meinen Street Photography Spaziergängen an die „Sunny 16 rule“ und modifiziere diese ein wenig in die „Sunny 11 rule“ – ich fotografiere bei tierstehender Sonne eigentlich immer in ISO400 mit Blende 11 oder 16 und einer Belichtungszeit von 1/500 Sekunde – falls die Sonne sehr grell ist, dann kann daraus auch 1/1000 werden.

 

Mein zweiter Favorit: die Ricoh GR2

Die Ricoh ist die zweite Kamera, die ich als „Immer dabei-“ Streetfotografie-Kamera schätze. Und das sage ich nicht nur, weil ich ein offizieller Gr´ist bin. Die Ricoh hat den immensen Vorteil, dass sie noch ein Tickchen leichter als die Fuji X100t/ Fuji X100f ist, sie wiegt nur um die 300 Gramm. Das führt dazu, dass man sie immer ohne Probleme in der Hand halten kann und zu sehr schnellen Schüssen auf der Straße imstande ist. Ich liebe persönlich den kontrastreichen Schwarz-Weiß-Modus der Ricoh GR2.
Was sind die Neuerungen der Ricoh GR3?

  • 24 statt wie bisher 16 Megapixel
  • sagenhafter maximaler ISO-Wert von 102.400
  • sehr guter Bildstabilisator, welcher auch das Fotografieren bei schwachem Licht mit freier Hand möglich macht

 

Ricoh GR2

 

Was ist eigentlich mit Leica?

Street Photography mit einer digitalen Leica war lange ein Traum von mir. Aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich einfach nicht mit 5000 Euro um den Hals durch die Straßen ziehen will. Doch ist und bleibt Leica die Traumkameramarke vieler Streetfotografen. Die Leica Q, mit der mein Berlin1020-Kollege Chris Candid fotografiert, liefert grandiose Bilder, die noch ein Tickchen schärfer sind als die der Fuji X-Serie. Auch die Filmsimulationen von Leica sind wunderschön. Ich würde dennoch nicht, außer ich würde als Street Photographer hauptberuflich mein Geld verdienen, das Dreifache für eine Leica gegenüber einer Fuji X100f (1400 Euro) oder das Fünffache gegenüber der RicohGR3 (900 Euro) ausgeben wollen.

 

Was ist denn nun die schlechteste Kamera für die Straßenfotografie?

Die schlechteste Kamera für Straßenfotografen ist immer die, die man nicht benutzt. Bei mir sind das auf alle Fälle alle Spiegelreflexkameras. Auf der Straße will ich keine Kamera mit einem Gewicht von 2 Kilo herumtragen und schon gar nicht eine Kameratasche. Zum Gewicht kommt hinzu, dass du mit einer Spiegelreflexkamera immer auffällst und für einen „Profifotografen“ gehalten wirst – und beim Auslösen des Spiegels immer die Aufmerksamkeit auf dich ziehst.

Mit kleinen Kompakten wie der Fuji X100T fliegst du meistens unter dem Radar der Passanten und wirst für einen fotografiesüchtigen Touristen gehalten.

 

Die beste Kamera ist immer die...
…die du dabeihast. Und das Allerwichtigste: Du als Fotograf/in machst das Bild, nicht die Kamera!

 

Was ist mit meinem Smartphone?

Die rasche technische Entwicklung der eingebauten Kameras bei Smartphones ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Kamera bei einem Smartphone für die meisten Menschen zum wichtigsten Kaufkriterium geworden ist. Dieses Jahr, 2019, präsentiert Huawei mit dem P30 und Samsung mit dem Galaxy 10 zwei neue Flaggschiffe der Smartphone-Fotografie. ZU den Top-Smartphone-Kameras für die Streetfotografie zählen immer noch das iPhone X und das Google Pixel. Das Fotografieren mit einem Smartphone hat den unbestreitbaren Vorteil, dass du auch beim Fotografieren in der U-Bahn schlicht nie bemerkt wirst.

Noch kann die Kameraqualität der Smartphones nicht mit einer FujiX100 oder einer Ricoh GR mithalten, doch wenn die Entwicklung so weitergeht, denke ich, dass in wenigen Jahren viele Straßenfotografen ihre Kamera komplett durch ihr Smartphone ersetzen werden.

Schaut euch auch unbedingt den Streetfotografiekamera-Vergleichstest meines Kollegen Martin U Waltz an.

 

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